Wollen wir wirklich ohne Nähe und Zärtlichkeit leben ?

„Soziale Distanz“ heißt der unselige Zustand, zu dem wir im Moment alle verdammt sind.

Mindestens 1,5 m Abstand auf der Parkbank, meine Gärtnerei weist die Kunden an, 3 Meter Abstand voneinander zu halten. Familien sollen einander nicht zu Ostern besuchen und ganz furchtbar finde ich den Zustand , dem Insassen ( ich benutze den Begriff bewusst ) eines Alten-und Pflegeheims ausgesetzt sind: Kein Besuch auf unabsehbare Zeit, keine liebevolle Umarmung , kein Kuss, keine Zärtlichkeit.

Wollen wir das wirklich ? 

Ich kann nicht beurteilen, wie gefährlich dieses Virus tatsächlich ist. Nach allen offiziellen Statistiken ist die Sterblichkeit, außer in Italien , dieses Jahr nicht höher als in anderen Jahren. Sind wir vielleicht einfach ängstlicher als die Generationen vor uns ? Wollen wir  in einer Vollversorgungs-und Vollkasko- Rundrumwohlfühl-Gesellschaft jedes Risiko aussperren ?

Ich finde es bedrückend, dass uns die grundlegendsten Freiheitsrechte genommen werden. Mutter, Vater oder Oma und Opa im Altersheim werden noch nicht einmal gefragt, ob sie bereit sind , das Risiko für ihr Leben einzugehen? Sie werden zur Einsamkeit verurteilt. Wie viele daran, nämlich der Einsamkeit,  dann am Ende gestorben sind, erfasst bestimmt niemand. ( Dazu sehr gute Lektüre vom Hirnforscher Manfred Spitzer im Buch „Einsamkeit“).

Und wie lange und wie weit wollen wir das fortsetzen ?

Seit es Menschen gibt, gibt es für sie gefährliche Viren und Bakterien. Nach Covid 19 wird Covid 20 kommen. Wollen wir nun „soziale Distanz “ als Dauerzustand ? Ich habe bereits Warnungen an Singles gelesen, sie mögen sich nicht mehr im echten Leben auf die Suche nach dem Liebespartner machen, online ist viel sicherer…und für die sexuellen Bedürfnisse gibt es inzwischen lebensechte Latexpuppen mit allen nötigen Körperöffnungen. Die kann man vorher und hinterher desinfizieren.

Wollen wir uns nicht mehr in den Arm nehmen, und was ist mit dem guten alten Händedruck zur Begrüßung ? Besprechungen nur noch antibakteriell per Videokonferenz, sonst sind wir ja unseres Lebens nicht sicher ?

Wir werden , wenn die Pandemie- Hysterie vorbei ist, darüber grundsätzlicher nachdenken müssen. Welche Art von Gesellschaft wollen wir in Zukunft sein ?

Wer will ich sein ?

Foto: pexels


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