Die Flucht vor der Stille

Ostersamstag, seit Donnerstagnachmittag sind die Autobahnen brechend voll , Staus bis zu 26 km . Alle sind unterwegs. Nicht nur zu Ostern auch an sonnigen Wochenenden sind die Straßen zur Küste verstopft und am Strand stehen z.T. die Leute vor den noch Kaffeetrinkenden , um zu signalisieren, dass sie nun als nächstes den Tisch beanspruchen. 

Beeilung, Rastlosigkeit und die Sehnsucht immer da sein zu wollen, wo wir gerade nicht sind , beherrscht unsere Zeit. Wann hat das begonnen ? Der Philosoph Prof. Konersmann weist darauf hin, dass die Urerzählungen der Menschheit, z.B. die Bibel, die Ruhe, Stille und Muße als paradiesischen Zustand preist. Erst nachdem der Mensch sich Gott widersetzt , ist er zur Rastlosigkeit und harter Arbeit verdammt. Mit Beginn der Aufklärung im 17. Jahrhundert erst beginnt der Mensch in den Modus der Unruhe einzuwilligen. Keiner soll sich entziehen, alle sollen mitmachen. Stillstand ist Rückschritt, lautet das Credo. 

Aber ist das wirklich so? Was erwarten wir von dem Ort, an dem wir gerade nicht sind, von den Erlebnissen, die wir konsumieren, von zahlreichen Happenings, die wir buchen? Was fürchten wir, wenn wir die Stille zulassen? 

Es mag sein, dass zunächst auch Schmerzhaftes hörbar wird, wenn wir uns nicht mehr ablenken lassen und zur Ruhe kommen.Darin könnte dann die Chance für Neues und Heilsames liegen.

Frohe und gesegnete und mußevolle Ostern !
Foto: cco pixabay
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