Friday for future: Betroffenheit statt Fakten und Biss

Gestern Abend habe ich mir eine Diskussionsrunde auf  MDR zu  der Umweltbewegung „Friday for Future“ angeschaut. Als Vertreter der Aktivisten saß da ein nicht unsympathischer junger Mann mit einem rot-gestrickten Eierwärmer auf dem Kopf . Hätte man ihn nicht besser beraten können ? Ein solcher Aufzug führt bei den Kontrahenten der Industrie nicht unbedingt dazu, dass man ernst genommen wird. Ihm zur Seite stand eine junge Bloggerin  und im Hintergrund beim Publikum auch noch einige junge Leute. Als Diskussionspartner von der anderen Seite war ein CDU Politiker angetreten und ein Vertreter der Braunkohle-Industrie.

Das Gespräch lief sehr friedlich und nach einiger Zeit dachte ich, irgendwie ist es zu friedlich. Wo ist der Kampfgeist , die Wut oder die gerechte Empörung der Jugend, dass trotz aller Ankündigungen , Versprechen und Beteuerungen ( egal von welcher Partei) in den letzten Jahrzehnten nichts passiert ist ?

Warum sind die so artig ?

Das bisschen Schulschwänzen ist ja nun wirklich noch keine Revolte.

Als der Mützchenträger etwas gefragt wird, antwortet er , er könne das nicht beurteilen, er sei ja schließlich erst 18 und nun wolle er erstmal sein Abitur machen. Ja, warum setzt er sich  dann in eine Fernsehtalkshow, wenn er sich ein Urteil nicht zutraut? Niemand erwartet, dass ein 18-Jähriger die Welt voll umfänglich erklären kann, aber wenn ich mich medienwirksam an die Öffentlichkeit wage, muss ich doch wenigstens ein (immer vorläufiges) gut begründetes Urteil abgeben wollen und natürlich auch können.

Womit wir bei den Fakten sind. Wollen die jungen Aktivisten in diesem Streit ernst genommen werden, müssen sie , auch wenn sie nicht zur Schule gehen, ihre Hausaufgaben machen. Und das heißt , sie müssen Fakten präsentieren können. Zahlen Daten , Studien parat haben, die man einem Politiker oder einem Braunkohlevertreter entgegenhalten kann, wenn die behaupten ihr Nichtstun und ihre Verzögerungstaktik sei alternativlos. Dazu reichen ein paar YouTube Filmchen natürlich nicht. Das hieße dicke Bücher lesen, von Naturwissenschaftlern oder Postwachstumsökonomen.

( siehe Nico Paech ) 

Fazit: Junge Leute, die viel Betroffenheit zeigten, anstatt zu kämpfen. Da sind mir die Baumbesetzer im Hambacher Forst schon  lieber. Traut Euch was und macht Euch schlau ! Ich komme zwar den Baum nicht mehr hoch, aber mit geschmierten Schmalzbroten und ner Kanne Kaffee und einer Handvoll Fakten kann ich Euch unterstützen.

Foto: cco pexels

Werbeanzeigen

Ein Gedanke zu “Friday for future: Betroffenheit statt Fakten und Biss

  1. Sind nicht die Anwesenden bei solchen Veranstaltungen auch schon ein Indiz dafür, wohin die Diskussion gelenkt werden soll? Lässt man die jungen Leute absichtlich so erscheinen indem man einen von ihnen auswählt der nicht kämpferisch sondern dröge ‚überkommt‘?

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s