Niemand muss Mitglied in einem Kinder-Missbrauchsverein sein

Schon vor dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche habe ich nicht verstanden, warum diese Kirche noch Mitglieder hat. Dazu reichen mir wenige aber bedeutsame Argumente:

  • Warum sollte man Mitglied einer Vereinigung sein, die bis zum heutigen Tag die Gleich-Berechtigung von Frau und Mann ablehnt?
  • Warum sollte man sich immer noch mit einer Organisation ernsthaft befassen, die erst Mitte des 20.Jahrhunderts die kopernikanische Wende anerkannte?
  • Warum sollte man mit seinem Steuergeld dazu beitragen, dass alte, autoritäre und ignorante Männer ein opulentes Leben führen, ihre Kirchen mit Gold und Schätzen ausstaffieren, während sie Nächstenliebe predigen?
  • diese Liste ließe sich noch endlos fortsetzen…

Nun „befasste“ sich diese Kirche in einer Konferenz mit ihren aktuellen Verbrechen (an die Verbrechen der vergangenen Jahrhunderte haben wir uns ja schon gewöhnt).

Eine weltweite Organisation , die Verbrecher, Vergewaltiger, Kinderschänder und ihre aktiven Gehilfen offenbar in großer Zahl in ihren Reihen hat, „befasst“ sich öffentlichkeitswirksam ein wenig mit den Vorgängen.

Was heißt das ? Es wurde ein wenig geredet, vor allem vom Teufel oder dem Bösen. Um die konkreten Namen der Kinderschänder und ihre Helfer im Bischofsgewand ging es nicht . Es ging nicht um Entlassungen , es ging nicht um Streichung von Pensionen und Priesterämtern . Es ging nicht um Schuld,Strafe und Reue und auch nicht um die kircheninternen Ursachen für soviel Gewalt an Kindern und Jugendlichen.

Das sind übrigens, dieselben Verbrecher im Priestergewand , die sich anmaßen den Gläubigen die Beichte abzunehmen, sie im Namen Gottes von Schuld freizusprechen, das Abendmahl auszuteilen zur Vergebung der Sünden. Ach, natürlich nicht an Geschiedene, die wieder geheiratet haben oder Homosexuelle, aber gerne an ihre Vergewaltigerkollegen.

Und wo bleibt der große Aufschrei der evangelischen Kirche?

Sie schließt Menschen, die lediglich eine nicht passende politische Meinung haben, z.B. AFD Mitglieder, vom Kirchentag aus und diffamiert sie öffentlich. Die katholischen Kinderschänder dürfen gerne und problemlos teilnehmen. In den politischen Reihen ergibt sich dasselbe Bild. Eine Kanzlerin oder ein Bundespräsident zeigen sich nach wie vor gerne Seite an Seite mit den Kindermissbrauchs-Verantwortlichen. (Das passt auch zu dem Glückwunsch des Bundespräsidenten an den iranischen Staat, der gerne untreue Ehefrauen steinigt und Homosexuelle tötet.)

Wieder werden die Verbrecher gedeckt und die Opfer verhöhnt und im Stich gelassen.Worauf gründet sich die Hoffnung, dass das innerhalb dieser Strukturen jemals anders werden sollte?

Doch keiner muss Mitglied in einem Kinderschänder-Verein sein. Glaube und christliche Botschaft sind nicht an die autoritären Gewaltstrukturen der Kirche gebunden. Das ist die gute Botschaft.

Foto: cco pixabay

 

 

 

 

 

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2 Gedanken zu “Niemand muss Mitglied in einem Kinder-Missbrauchsverein sein

  1. Die Evangelischen werden sich hüten den Finger in die Wunde zu legen, nicht nur die Amtskirche, sondern ebenso die vielen Sekten die sich protestantisch nennen, die haben doch das gleiche Problem wie ihre katholischen Amtsbrüder: Verleugnen, verdrängen, vertuschen was da von ‚frommen‘ Menschen den Schwächsten angetan wird ist wahrhaftig eine *himmelschreiende* Schande ….

    Machen wir uns doch nichts vor:
    Statistisch sind in den Reihen der Kirchen jedweder Art genauso viele Täter wie Opfer außerhalb – schon aus diesem Grund ist es eine Unverschämtheit wenn Vertreter der Kirchen behaupten *sowas* sei bei ihren Amtsträgern nicht anzunehmen.

    Eine Hoffnung gibt es, zwar erst zögerlich greifend, aber stetig wachsend:
    Die Aufmerksamkeit führt zu vermehrten Meldungen weil die Opfer erkennen, dass man ihnen Unrecht tut und sie nicht alleine damit leben müssen.

    Liken

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