„Ein bisschen Frieden“ muss reichen

Volkstrauertag 2018, wie jedes Jahr, besuche ich das Mahnmal für alle  im 2. Weltkrieg gewaltsam zu Tode Gekommenen auf dem Vorwerker Friedhof in Lübeck.

Es ist eine Art Atrium , vier Mauern , unterbrochen von zwei sich gegenüberliegenden Eingangstüren, an deren Innenwänden in bedrückender Schlichtheit grausame Szenen des Sterbens im Krieg abgebildet sind. Am Boden ein paar Grabsteine, und ein Gedenkstein für alle ,die zu Land , im Wasser und  in der Luft umgekommen sind.

Hier stehen am Volkstrauertag immer ein paar Ständer, um Kränze zu platzieren.

Noch vor 20 Jahren waren es drei oder vier Kränze: Einer von der Stadt Lübeck, einer von CDU und SPD und einer von der Gewerkschaft. Grüne, FDP,Linke AfD waren hier nie vertreten. Die CDU auch seit Jahren nicht mehr. Dieses Jahr waren es wieder nur zwei Kränze: Von der SPD und der Gewerkschaft.

Wenn ich es recht bedenke, finde ich das Handeln der CDU und all derer , die nie hier waren, konsequenter. Immerhin sind es SPD und Grüne gewesen, die den Kosovokrieg befürwortet haben und damit  das deutsche „Nie wieder Krieg“ – Credo erstmals seit 1945 außer Kraft setzten. Als große Koalition setzte die SPD zusammen mit der CDU dann erfolgreich die Waffenexporte auch in kriegführende Länder um . Die AfD befürwortete als eine der ersten ihrer Entscheidungen im deutschen Bundestag zusammen mit der Regierung Auslandseinsätze deutscher Soldaten.

In den letzten Tagen ging ein rührendes Bild , eine Kuschelszene von Frau Merkel ( weltweit viertgrößter Waffenexporteur) und Herrn Macron, weltweit 5. größter Waffenexporteur)auf einem Ehrenfriedhof in Frankreich  durch die Medien. Heute darf der Herr Macron im Bundestag sprechen und der Bundespräsident Steinmeier, der an anderer Stelle gerne Musik mit gewaltverherrlichenden  Texten ( Feine Sahne Fischfilet) bewirbt, darf das Totengedenken sprechen.

Wie bewältigen all diese Politiker – ( Darsteller) eigentlich ihre kognitive Dissonanz ?

Wo ist eigentlich der Gedenkstein für die seit 1945 in Auslandseinsätzen Gefallenen ?( Ich warte auch noch auf jemanden, der mir erklärt, wofür diese armen Männer eigentlich ihr Leben gelassen haben .)

1982 sang Nicole „Ein bisschen Frieden“ und gewann damit den Eurovision Song Contest.

Hier ein paar Zeilen des des albern harmlosen Textes:

Ein bisschen Frieden ein bisschen Sonne
Für diese Erde auf der wir wohnen
Ein bisschen Frieden ein bisschen Freude
Ein bisschen Wärme das wünsch ich mir
Ein bisschen Frieden ein bisschen Träumen
Und dass die Menchen nicht so oft weinen
Ein bisschen Frieden ein bisschen Liebe
Dass ich die Hoffnung nie mehr verlier.

Nach wie vor wählt die Mehrheit der Deutschen Parteien, die mehr für den Krieg als für den Frieden tun. „Ein bisschen Frieden“ und am Volkstrauertag einen Kranz niederlegen und eine salbungsvolle Rede halten, muss reichen…

…Solange WIR das zulassen.

Foto: cco pixabay

 

 

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3 Gedanken zu “„Ein bisschen Frieden“ muss reichen

  1. Hallo über den großen Teich , liebe Brigitte! Ich kann Dir in so vielem zustimmen. Mein Engagement für das Projekt „EckesSteg“ werde ich jetzt beenden, trotz alles möglicher Aufrufe für sozialen Frieden auch zwischen den Generationen interessieren sich die Behörden nicht dafür, bei der Diskussion über die Umsetzzung auf die entsprechenden Belange einzugehen .Man reitet darauf herum , was vor 30 Jahren passiert ist, und geht keinen Schritt aufeinander zu, es gibt kein Abweichen von eingefahrenen Denkmustern. Die ganzen „Beiräte“ sind zahnlose Tiger, alles Schowveranstaltungen und Beschäftigungstherapie für Alte, die meinen, sie seien noch wichtig, vor allem wenn sie dann noch in der Zeitung stehen! Ich lerne viel, bin nicht frustriert und sehe mein Engagement als Weg zur Erkenntnis. Vielleicht auch als Chance, mal jemanden zu treffen , der vielleicht was bewirken kann. Dann kann ich aus meinem Erfahrungsschatz plaudern, bekanntlich trifft man sich ja immer 2x im Leben. L. G. Doris

    Doris Ramakrishnan Kreisseniorenbeirat Ostholstein stellv. Vorsitzende (04561) 7140800 Sonnenwohnen@googlemail.com

    >

    Gefällt 1 Person

  2. …. am Volkstrauertag einen Kranz niederlegen und eine salbungsvolle Rede halten, muss reichen… – traurig aber wahr, was Sie da geschrieben haben. Und die Frau v.d. Leyen wird ohne mit der Wimper zu zucken im Falle einer NATO Mobilisierung den Verteidigungsfall ausrufen und wehrfähige Personen rekrutieren lassen um sie in einem weiteren unsinnigen Gemetzel zu opfern.

    Dann werden – hoffentlich! – die betroffenen und deren Angehörige erkennen, welche Politiker sie Jahrzehnte lang belogen haben.

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