Senioren an die Macht ?

21,4 % der deutschen Bevölkerung ist laut statistischem Bundesamt über 65 Jahre alt. Das sind immerhin 17,7 Millionen Menschen mit Wahlberechtigung.

Regieren also demnächst die Oldies ?

Ich bin von 65 noch ein paar Jahre entfernt, beobachte die neuen Alten aber schon eine ganze Weile. Was fällt mir da auf?

  • Sie sind fitter und gesünder als die Generation meiner Großeltern
  • Sie sind in weiten Teilen unternehmungslustig und aktiv.
  • Sie sind weniger auf die Familie orientiert  ( zumal schon viele Frauen in dieser Generation keine Kinder mehr bekommen haben)
  • Sie haben vergleichsweise noch gute Renten, jedenfalls im Vergleich zu dem, was die Nachfolgenden bekommen werden.
  • Sie sind politisch aktiv und mit einer Protestkultur ( 68 er) aufgewachsen, die Einmischung selbstverständlich macht.

Diese Liste ließe sich beliebig erweitern und wenn ich von den neuen Alten sprechen, ist klar, dass es auch da viele individuelle Unterschiede gibt und manches, was ich oben geschrieben habe, auf den ein oder anderen nicht zutrifft.

Klar ist für mich jedoch, dass die jetzige Oma-Opa Generation andere Wünsche und Ansprüche an das letzte Drittel ihres Lebens hat. Sie studieren nochmal oder unternehmen große Reisen, gehen auf Demos , z.B. in den Hambacher Forst, schreiben politische Blogs oder engagieren sich im Umwelt-und Naturschutz oder wollen bzw. müssen weiter arbeiten.

Die politische Kaste hat mächtig Respekt vor dieser großen Wählergruppe. Merkel, Nahles und Co. müssen die Oldies zufrieden stellen, aber auf jeden Fall beruhigen ( siehe die Rentenreformpläne von Herrn Heil (SPD).

Ist es gut, dass eine Gruppe, die (fast) nicht mehr einzahlt,

die Zukunft bestimmt ?

Oder anders herum gefragt, was wollen die Jungen ? Wie gut sind sie politisch informiert in einer Zeit, in der per smartphone nur noch Häppchen-Informationen aufgenommen werden und die Buchbranche über markante Umsatzeinbußen klagt. Fest steht, ihr Wähleranteil ist gemessen an ihrem prozentualen Bevölkerungsanteil deutlich geringer als der der Alten.

Der Umbau der Sozialsysteme (Rente, Kranken-pflegekasse und Arbeitslosenversicherung) ist überfällig angesichts des demographischen Wandels und der Digitalisierung. Wie kann da ein guter Ausgleich zwischen den Interessen der Alten und Jungen gelingen?

Da steckt Sprengstoff drin. Und weil das die Politiker aller Parteien wissen, wird auch in dieser Legislaturperiode nichts Wesentliches geschehen. Man will sich ja nicht selbst seines Pöstchens berauben.

Der Pflegenotstand ist im Moment nur das augenfälligste Beispiel.

Die neuen , jungen Alten. Sie haben viele Ressourcen (Zeit, Geld,Wissen) .

Ich bin gespannt, was sie und in ein paar Jahren wir daraus machen.

Foto: cco pixabay

 

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3 Gedanken zu “Senioren an die Macht ?

  1. „Senioren an die Macht?“ und „Regieren also demnächst die Oldies?“

    Das sind Fragen, die auf den ersten Blick etwas provokant wirken. Als Angehöriger der „Generation 80+“ fühle ich mich natürlich angesprochen und möchte dazu kurz Stellung beziehen.
    Beim Weiterlesen des Beitrages habe ich übrigens festgestellt, dass ich dann doch im Wesentlichen mit den Überlegungen der Autorin einverstanden bin.
    In einigen Jahren wird sich der Antei der Senioren an der Gesamtbevölkerung noch weiter erhöhen. Leider schrecken unsere verantwortlichen Politiker aus den schon im Beitrag erwähnten Gründen vor den so dringend erforderlichen Konsequenzen zurück. Ich denke allerdings auch, dass nicht nur sie, sondern wir alle! aufgefordert sind, diese Entwicklung im Sinne eines gerechten Ausgleiches zwischen den Generationen schnellstens in Angriff zu nehmen.
    Wie das gehen soll? Ein Patentrezept habe ich natürlich nicht. Aber ganz sicher sind Beiträge wie dieser einer von vielen Schritten auf dem Weg zu einer Lösung, die von allen Beteiligten akzeptiert werden kann.
    Fred Lang

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  2. „Senioren an die Macht?“ und „Regieren also demnächst die Oldies?“

    Das sind Fragen, die auf den ersten Blick etwas provokant wirken. Als Angehöriger der „Generation 80+“ fühle ich mich natürlich angesprochen und möchte dazu kurz Stellung beziehen.
    Beim Weiterlesen des Beitrages habe ich übrigens festgestellt, dass ich dann doch im Wesentlichen mit den Überlegungen der Autorin einverstanden bin.
    In einigen Jahren wird sich der Antei der Senioren an der Gesamtbevölkerung noch weiter erhöhen. Leider schrecken unsere verantwortlichen Politiker aus den schon im Beitrag erwähnten Gründen vor den so dringend erforderlichen Konsequenzen zurück. Ich denke allerdings auch, dass nicht nur sie, sondern wir alle! aufgefordert sind, diese Entwicklung im Sinne eines gerechten Ausgleiches zwischen den Generationen schnellstens in Angriff zu nehmen.
    Wie das gehen soll? Ein Patentrezept habe ich natürlich nicht. Aber ganz sicher sind Beiträge wie dieser einer von vielen Schritten auf dem Weg zu einer Lösung, die von allen Beteiligten akzeptiert werden kann.
    Fred Lang

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  3. Geld – sofern es denn für die Renten der Zukunft gebraucht wird – ist doch grundsätzlich genug vorhanden. Es kann auch ‚locker‘ gemacht werden, indem man die Besteuerung der großen Betriebe und der Geldgeschäfte (Aktien, Stiftungen, Fonds) so faßt, dass sie da versteuert werden wo sie anfallen.

    Man muß es nur politisch WOLLEN!

    Wenn Großbetriebe (nicht nur US-Firmen, auch deutsche Großkonzerne wie Siemens, Bayer, etc.) hier Unsummen verdienen aber im Inland nur Verluste abrechnen, die Gewinne andernorts gebunkert werden, dann entgehen unserem Gemeinwesen hohe Summen die dringend beispielsweise für Infrastruktur, Bildung, und Renten gebraucht werden.

    Gefällt 1 Person

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