Ein unglaublich gutes Universum

„Hör mal: Es gibt da nebenan ein unglaublich gutes Universum – gehen wir hin.“

E.E. Cummings

Immer wieder mal bin ich versucht, auf diesem Blog auch über politische Dinge und Zusammenhänge zu schreiben. Zum einen, weil ich schon immer an Geschichte und Politik sehr interessiert war und zum anderen und vor allem, weil ich denke, dass wir seit Jahren in Deutschland und Europa ( und sicher auch darüber hinaus) eine fatal falsche Richtung einschlagen.

Nun werde ich aber eben nicht der Versuchung nachgeben und im Einzelnen erklären, was ich kritisiere. Meine Erfahrung der letzten Jahre ist nämlich, dass all meine Versuche zu erklären und aufzuklären , untermauert mit Daten, Zahlen und Fakten, bei denen, die ich überzeugen möchte, nichts bewirkt haben. Das denken diejenigen sicher auch von mir.

Dazu kommt, dass mir der  Glaube an unsere Demokratie und ihre Vertreter, an den Einfluss von Wahlen oder an die Ausgewogenheit und Regulierungskraft der Presse und Justiz vor allem in den letzten drei Jahren gänzlich abhanden gekommen ist.

Dankbar bin ich all jenen Unentwegten, die TROTZDEM ( und ich weiß, es geht vielen wie mir) weiter diskutieren, Bücher schreiben und Initiativen gründen.

Ich frage mich derweil immer öfter, wenn ich denn nichts ändern kann, wie kann ich etwas im Kleinen tun und dabei seelisch gesund bleiben?

Die Antwort ist für mich in der Natur zu finden. Da ist unser Ursprung und dahin werden wir wieder zurückkehren.Jeden Tag  bewusst die Schönheit der Bäume, den Wind oder Regen, die Sonne in den Blättern wahrzunehmen, hilft , dass ich daran glauben kann, dass es doch irgendwie gut wird. In unserem Garten kann ich etwas tun, was einen Unterschied macht und wenn ich Naturschutzprojekte fördere, bin ich sicher auf der richtigen Seite zu stehen.

Wendell Berry drückt es so aus:

„Wenn die Verzweiflung über die Welt in mir wächst und ich nachts beim leisesten Geräusch aufwache, besorgt, was wohl aus mir und meinen Kindern wird, gehe ich hinaus und lege mich dorthin, wo der Erpel in seiner Schönheit auf dem Wasser ruht und der Graureiher durchs Wasser stakst. Dort nimmt mich der Frieden der Wildnis auf…Ich ruhe in der Gnade der Welt und bin frei.“

Foto: cco pixabay

 

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2 Gedanken zu “Ein unglaublich gutes Universum

  1. Diese Frage stelle ich mir in ähnlicher Form schon viele Jahre:

    Warum mache ich nicht einfach *dicht* und lebe so vor mich hin wie viele meiner Landsleute, mache mir keine Gedanken mehr und ignoriere jede Art von Ungerechtigkeit & Unrecht um mich herum?

    Die Antwort ist einfach:
    Ich schaffe es nicht das (Nach-) Denken auszuschalten. Ich bin nicht in der Lage mich mit Trivialitäten so zu befassen, dass ich vergesse woran ich nicht mehr denken wollte.

    Ein Grund dafür ist bestimmt, dass ich ein naturwissenschaftliches Fach studiert habe – da lernt man als erstes Fragen zu stellen und nicht eher Ruhe zu geben, bis man einen Ansatz gefunden hat eine ergebnisoffene Versuchsanordnung zu gestalten. Diese ständige Suche nach Beweisen für und gegen eine These prägt doch mehr als man zuerst denkt und wenn man erst einmal dahin gekommen ist hat man keine Chance mehr dem zu entrinnen.

    Manchmal seufze ich tief und sage zu meiner Frau: „Ich wollte ich wäre strohdumm und tierisch zufrieden!“

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