Wie wollen wir mit dem Riss durch die Gesellschaft leben ?

Tag der Deutschen Einheit 2018. Ein Riss geht durch unsere Gesellschaft. ( Und durch die Europäische Union ).Sogar von einem Graben habe ich schon gelesen.

Heute verläuft der Riss, meiner Wahrnehmung nach, nicht mehr zwischen Ost und West, auch wenn viele Mainstreammedien das gerne herbeischreiben wollen ( siehe die „Sachsenausgabe“ des Spiegels ). Warum will man hier eine künstliche Spaltung erzeugen ? Wer profitiert davon ?

Seit im September 2015 die derzeitige Bundesregierung( ohne den Widerspruch der Oppositionsparteien) die Grenzen unseres Landes geöffnet hat und bis zum heutigen Tag nicht wieder geschlossen, verändert sich unser Land.

Soweit besteht wahrscheinlich noch Konsens. Aber gleich beim nächsten Schritt würden sich die beiden Lager, die ich ausgemacht habe, nicht mehr einigen.

  • Ist die Grenzöffnung Rechtsbruch oder legal ?
  • Ist das, was sich verändert eine Bereicherung oder eine Verschlechterung ?
  • Wird unser Land wirtschaftlich und /oder kulturell davon profitieren oder werden wir alle „ärmer“ im weiteren Sinne ?

Das sind nur die ersten drei Punkte einer langen Liste, bei der sich zwei Gruppen  in unserer Gesellschaft unversöhnlich gegenüber stehen.

Ich kann mich kaum erinnern, dass im deutschen Bundestag in den letzten Jahrzehnten soviel hysterisches Geschrei war, wie zuletzt. Ganze Städte werden zu Mob, Pöbel und Nazihochburgen gemacht. Es wird in  sozialen Netzwerken gehetzt, verleumdet, gelöscht, zu Demonstrationen aufgerufen. Menschen sind auf der Straße hier wie dort. Freundeskreise, Familien und Kollegien haben sich getrennt.Und alle zwei Tage steht die Regierungskoalition vor dem endgültigen Aus.

Offenbar geht es um sehr fundamentale Werte, die hier so unterschiedlich bewertet werden. Oder ist es nur ein Stellvertreterkampf für etwas anderes ? Werden wir instrumentalisiert nach dem altbekannten Motto teile und herrsche ?

Und nun ? Wie wollen wir damit leben ?

Fest steht, die jeweils anderen, vermeintlich „falsch“ Denkenden, lassen sich von der „irrigen“ Meinung offenbar nicht abbringen. Wenn auch einige meinten, man müsse es nur besser erklären, dann würde man sie schon auf die eigene Seite ziehen. Es ist inzwischen auf allen Kanälen mehr als genug erklärt worden. Genützt hat es nichts.

Und nochmal, und nun ?

Ich sehe im Moment diese Reaktionen:

  • Einige wandern aus. Sie verabschieden sich von der zerrissenen Gesellschaft Deutschlands.
  • Andere unterdrücken den Kontrahenten mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln. ( Davon geht er und seine Meinung übrigens auch nicht weg.)
  • Wieder andere gehen ins innere Exil.
  • Und dann gibt es noch die, die einfach ihr Leben leben und diesen Konflikt nicht (meh)wahrnehmen oder bewusst ausklammern.

Derweil geht der Umbau unserer Gesellschaft weiter, jeden Tag, in Schulen , auf der Straße, am Arbeitsplatz und im Verein, überall .

Ich bin ratlos. Kann man in einer zerrissenen Gesellschaft trotzdem gut leben? Müssen /können oder sollen wir etwas tun ? Und was? Diskussionen, Erklärungen, Aufklärung und Proklamationen hat es von beiden Seiten in inflationärer Menge gegeben. Es hat die einen so wenig überzeugt wie die anderen. Bleibt uns also nur zu hoffen, dass es friedlich bleibt und warten wir ab, was in den nächsten Jahren geschieht ?

Was meint Ihr ?

Einen sehr lesenswerterten Text zu dem Thema findet Ihr auch hier.

Foto: cco pixabay

 

 

 

 

 

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3 Gedanken zu “Wie wollen wir mit dem Riss durch die Gesellschaft leben ?

  1. Ich denke, dass uns dieses so überaus komplexe Thema noch sehr lange beschäftigen wird. Auch ich bin übrigens ratlos und kann nur hoffen, dass sich im Laufe der Zeit doch noch ein gewisser Konsenz zwischen den heillos zerstrittenen Parteien einstellt. Sollte dies nicht geschehen, befürchte ich das Schlimmste für unsere Gesellschaft. Radikalität und Intoleranz nehmen weiter zu und am Ende steht das Chaos. Wer das nicht erleben will, sollte nicht auswandern und auch nicht ins „innere Exil“ gehen.
    Sich den Problemen stellen und gemeinsam mit Andersdenkenden nach praktikablen Lösungen suchen? Vielleicht ist das ja (noch) möglich.

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  2. Wie gehe ich damit um? Indem ich versuche die Menschlichkeit in meiner Umgebung zu leben; auf meiner Arbeit im Jugendamt, bei Aldi an der Kasse, beim Autofahren … Das ist es was uñs abhanden kommt : die Menschlichkeit, das Füreinander und Miteinander . In einer Welt, wo ein Retter zwei dumme Urlauber aus dem Wattenmeer fischt und als Held gefeiert wird, während ein Kapitän, der Hunderte Menschenleben rettet, vor Gericht gestellt wird!!! Unerträglich! In einer Welt, in der die Jugend entweder hoffnungslos verzogen oder völlig vernachlässigt wird (das Jugendamt „boomt“) In einer Welt wo ein Daumen hoch ein Freund bedeutet.. Ich komme da auch nicht mehr mit und versuche als Christ so zu leben: lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast und wenn es noch so wenig ist, aber lebe es! (Frere Roger Taize)

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