Ich glaube an den Weihnachtsmann und die Rente ist sicher…

Alle ( vor allem die liebe SPD) möchten über die Rente reden. Na gut, dann mach ich auch mit, wenn Ihr es denn nicht anders haben wollt.

Also, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands , die gerade gegen einstellige Wahlergebnisse und das Verschwinden in der historischen Bedeutungslosigkeit ankämpft, möchte ausgerechnet jetzt und ganz schnell über die Rente reden. Die anderen ( Mitregierenden CDU/CSU) und alle anderen wollen gar nicht gerne  darüber reden, denn da ist kein Blumentopf, respektive Wahlprozentpünktchen zu gewinnen.

Denn alle Rentenreformen der vergangenen Jahrzehnte gingen zulasten der künftigen Rentner.

Halt, es gibt eine entscheidende Ausnahme: Die Politiker selbst. Denen ging es immer sehr gut mit ihren Altersbezügen. 

Nach einer Legislaturperiode ( 4 Jahren) hat ein Abgeordneter des Deutschen Bundestages einen Rentenanspruch von  825 Euro Rente , dafür müsste ein Durchschnittsverdiener 29 Jahre arbeiten. Ihr dürft selbst hochrechnen, was die Politiker, die nur selten in ihrem Leben einer anständigen Arbeit nachgegangen sind und  manche noch nicht einmal eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, nach vielen Jahren im Bundestag als Ruhegeld bekommen. ( siehe mein Artikel Dienstpflicht ja, aber…

Hier nun die Reformen :

Rentenreform 1992

Unter der Regierung Helmut Kohl (CDU/CSU und FDP)

Rentenanpassung nach Entwicklung der Nettolöhne des Vorjahres (zuvor Bruttolöhne)
Anhebung der Altersgrenze auf 65 Jahre für Frauen und Männer (zuvor 60 für Frauen und 63 für langjährig beschäftigte Männer) Anerkennung von Ausbildungszeigen maximal bis zu 7 Jahren (zuvor 13 Jahre)

Rentenreform 1997 (Wachstums- und Beschäftigungsförderungsgesetz)

Unter der Regierung Helmut Kohl (CDU/CSU und FDP)

Anerkennung von Ausbildungszeiten maximal bis zu 3 Jahren (zuvor 7 Jahre) Kürzung des Unterhaltsgelds bei Reha-Maßnahmen und Erhöhung der Zuzahlung

Rentenreform 1999

Unter der Regierung Gerhard Schröder (SPD und Grüne)

Anhebung der Altersgrenze für Schwerbehinderte auf 63 Jahre (zuvor 60 Jahre) Abschaffung der besonderen Rentenregelungen für Frauen und Arbeitslose Abschaffung der Rente wegen Berufsunfähigkeit, Einführung der Erwerbsminderungsrente Veränderung der Formel zur Rentenberechnung um einen Faktor, der die durchschnittliche Lebenserwartung im Renteneintrittsalter berücksichtigt

Rentenreform 2000 (Haushaltssanierungsgesetz)

Unter der Regierung Gerhard Schröder (SPD und Grüne)

Neuregelung der Mini-Jobs, auch in Bezug auf Rentenansprüche Rentenanpassung wird in den Jahren 2000 sowie 2001 nach der Entwicklung der Preise statt der Löhne vorgenommen

Rentenreform 2001 (Altersvermögensergänzungsgesetz)

Unter der Regierung Gerhard Schröder (SPD und Grüne)

Neugestaltung der Rentenformel, die zu einer dauerhaften Absenkung des Rentenniveaus führt

Einführung der Riester Rente Kürzung der Hinterbliebenenrente bzw. Witwenrente von 60 auf 55 Prozent

Rentenreform 2002 (Altersvermögensgesetz)

Unter der Regierung Gerhard Schröder (SPD und Grüne)

Riesterförderung wird eingeführt

Rentenreform 2002/2003 (Beitragssicherungsgesetz)

Unter der Regierung Gerhard Schröder (SPD und Grüne)

Begrenzung des Beitragssatzes zur Rentenversicherung auf 19,5 Prozent des Bruttoeinkommens Reduzierung der Mindestschwankungsreserve der Deutschen Rentenversicherung Weitere Rentenabzügedurch Anpassung bei der Sozialversicherung: Voller Pflegebeitrag für Rentner

Rentenreform 2005 (Rentenversicherungnachhaltigkeitsgesetz)

Unter der Regierung Gerhard Schröder (SPD und Grüne)

Einführung des Nachhaltigkeitsfaktors in die Rentenformel und erneute Umstellung auf die Bruttolöhne als Basis der Rentenanpassungen

Rentenreform 2006 (Alterseinkünftegesetz)

Unter der Regierung Angela Merkel (CDU und SPD)

Regelung der langfristigen Vollversteuerung der Rente (ab dem Jahre 2040), bis dahin Jahr für Jahr schrittweise Anhebung des zu versteuernden Anteils der Rente von Neurentnern

Rentenreform 2007 (Altersgrenzenanpassungsgesetz)

Unter der Regierung Angela Merkel (CDU und SPD)

Schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters von 65 Jahren auf 67 Jahren im Zeitraum zwischen 2012 und 2025 Mittelfristige Festschreibung des Beitragssatzes auf 19,9 Prozent

Rentenreform 2008 (Rentenanpassungsgesetz)

Unter der Regierung Angela Merkel (CDU und SPD)

Aussetzen des Riesterfaktors für zwei Jahre 2008 und 2009 mit Nachholung in 2012 und 2013

Rentenreform 2014

Unter der Regierung Angela Merkel (CDU und SPD)

Einführung der Mütterrentefür Mütter mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden Einführung der Rente ab 63 für Arbeitnehmer, die bereits 45 Jahre Rentenbeiträge eingezahlt haben

Quelle: www.seniorenbedarf.info

Ergebnis: 43 Prozent vom Nettogehalt, minus Krankenversicherung, minus Pflegeversicherung, minus Soli und minus Steuern !

Ausgerechnet die SPD, die zusammen mit den anderen ( für sich selbst) sozial Gesinnten beschlossen haben, dass ein Großteil der künftigen Rentner in Armut leben muss ( wir haben schon jetzt fast 1000 ! Suppenküchen =Tafeln im Land) , wollen jetzt ein Wahlkampfthema daraus machen ? Liebe Sozial- Demokraten, wir sind zwar Ü 50 , aber nicht dement.

Nun aber…, Ihr wisst ja, ich will über das Positive schreiben.

Wo ist es in dieser Angelegenheit? 

Die gute Nachricht lautet :

  1. Ihr müsst nicht mehr wegen der Rente weiterarbeiten. Ihr könnt jetzt Eure Ersparnisse sichten und dann wesentlich weniger arbeiten oder ganz aussteigen, wenn Ihr bereit seid, auf ganz bescheidenem Niveau zu leben. Das Ruhegeld wird für uns alle auf einem Minimalniveau liegen, wenn wir sie denn überhaupt erreichen. Altersgrenze  von 72 wird bereits diskutiert…
  2. Liebe Jugend, die Ihr noch ungebunden und qualifiziert seid, wandert aus ! Sucht Euch ein Land, in dem Eure Zukunft nicht jetzt schon mit drei Alten belastet ist und die Regierenden verantwortungsvolle Rentenpolitik auch für die Jungen machen.
  3. Liebe Ü -50er , wir sollten kreativ werden. Wohn- und Fahrgemeinschaften gründen, in unseren Gärten Gemüse anbauen, Rasenmäher und Nähmaschinen teilen und uns eine Lebensqualität zurückerobern, die mehr vom Zeitwohlstand als vom Konsum lebt.

Wer weiß, vielleicht entsteht so eine lebenswertere Kultur in unserem Land.

(P.S. In meinem Vortragskatalog : „Alterarmut ist weiblich“. )

Foto: cco pexels

 

 

 

 

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3 Gedanken zu “Ich glaube an den Weihnachtsmann und die Rente ist sicher…

  1. Was ist blos aus dieser großen Partei (SPD) geworden – ein Schatten ihrer selbst. Traurig!!
    Vielen Dank für die interessante und ausführliche Auflistung der „Rentenreformen“.

    Zitat:
    „Liebe Ü -50er, wir sollten kreativ werden. Wohn- und Fahrgemeinschaften gründen, in unseren Gärten Gemüse anbauen, Rasenmäher und Nähmaschinen teilen und uns eine Lebensqualität zurückerobern, die mehr vom Zeitwohlstand als vom Konsum lebt.“
    Zitatende

    Auch als Ü-80er fühle ich mich noch angesprochen. ,-)

    Liken

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