Dafür bin ich zu alt

Modetrends: 

„Das trägt man jetzt so“, sagt die Verkäuferin und hält mir eine Bluse mit Rüschen am Ärmel entgegen.

Was man trägt ,war mir schon als junges Mädchen egal. Nun, da ich zu den älteren Semestern gehöre, schere ich mich erstrecht nicht mehr darum, was gerade angesagt ist. Ich bin alt genug für meinen eigenen Stil.

Meinen „guten“ Ruf wahren: 

Ich lebe auf dem Dorf und natürlich redet da jeder über jeden. Gott sei Dank bekomme ich das ganz selten mit und ich beteilige mich auch nicht daran. Trotzdem erfahre ich manchmal, was über mich gesagt wird. Ist es nett, freue ich mich, ist es weniger nett, lasse ich es abregnen. „Die Leute schnacken, die hören auch wieder auf“, sagte meine Schwiegermutter früher immer. Recht hatte sie. Und außerdem gilt immer noch: Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

Politikern vertrauen: 

Früher, und das ist erst einige  Jahre her, habe ich geglaubt, dass wir in einer echten Demokratie leben. Nach allem, was in den letzten Jahren geschehen ist, glaube ich das nicht mehr. Wir leben in einer globalen Finanzdiktatur und die Politiker sind deren willige Handlanger. Man muss sich nicht anstrengen, wenn man das erkennen will. Während die kleine Lidl-Verkäuferin fristlos entlassen wird, wenn sie einen 0,30 Cent Wertbon einsteckt und der Zwangsgebühr GEZ- Verweigerer in den Knast geht, brechen unsere sogenannten „Volksvertreter“ ( meine sind sie nicht“) einen Vertrag und ein Abkommen nach dem anderen, verschonen die großen Umweltsünder und befördern , dass die CO2 Ziele ganz bestimmt nicht erreicht werden. Ansonsten engagieren sie sich sehr für abgeschobene Terroristen, dafür leider gar nicht für arme Rentner. Ich bin zu alt und zu desillusioniert, um noch einem Politiker auch nur ein Wort zu glauben.

Das hat auch etwas Gutes: Ich spare mir nun endgültig Tagesschau und Heute-Journal , Anne Will und Co, schalte den Deutschlandfunk aus und konzentriere mich auf das, was ich beeinflussen kann.

Angst vor einer Blamage: 

Ihr kennt das bestimmt auch: Ihr macht eine Zufallsbekanntschaft im Bus, auf einer Party, am Arbeitsplatz. Die Wellenlänge stimmt, Ihr könnt Euch auf Anhieb gut unterhalten. Solche Menschen, und das sind , wenn man erstmal Ü50 ist,  nicht so wahnsinnig viele, frage ich nach der Telefonnummer. Ich sammele einfach nette Menschen ein. Die Angst vor Ablehnung und Blamage habe ich abgelegt.Dafür bin ich nämlich auch zu alt.

Und Ihr, wofür seid Ihr zu alt ?

Foto: Bri vom Meer

 

 

 

 

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