Bris Landpartie: Neuruppin in Brandenburg

Da sitzt er nun, mein geliebter, alter Fontane und schaut auf eine viel befahrene Kreuzung im ansonsten beschaulichen Städtchen Neuruppin. Ich darf ihn übrigens  zu Recht zu „meinem “ Fontane machen. Als Studentin habe ich alle seine Werke mit Begeisterung gelesen. Seitdem fahre ich immer wieder mal in seine Geburtsstadt, ihm zu Ehren sozusagen.

Zum ersten Mal war ich gleich nach der Wende im Sommer 1990 hier. Da war noch alles graubraun und kaputt. Tatsächlich, und dieses Bild hat sich mir damals tief eingegraben ,lagen ganze heruntergestürzte Balkone auf der Straße. Gleichwohl konnte man die verblasste Schönheit der klassizischten Architektur an vielen Fassaden entdecken und hoffen, dass es noch nicht zu spät ist ,etwas zu retten.

Ich bummle mit dem Fotoapparat durch die klar gegliederten Straßen und über großzügige begrünte Plätze und entdecke viele kunstvoll restaurierte Häuser, die Dank des Denkmalschutzes erhalten werden ( müssen).

 

Neben dem Frühkassizismus finden sich hier auch jüngere Schmuckelemente, wie der Jugendstil…

…und die unvergleichliche Schönheit des real existierenden DDR-Sozialismus:

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Gleich gegenüber von  prachtvollen Anblicken…

stehen Häuser, deren Rettung noch bevorsteht.

Es ist Anfang Juli , Hauptsaison. Anders als vor knapp 30 Jahren, aber auch anders als noch vor 10 Jahren bin ich eine der wenigen Touristen, die hier herumstreifen. Nur wenige Grauköpfe sitzen in Straßencafés, die mit Namen wie Fontane oder Schinkel etwas verbinden. Kein Wunder, es ist schon lange nicht mehr Schulstoff.

Im Stadtmuseum, das auch nicht mehr Fontanemuseum heißt, bin ich an diesem Nachmittag ganz alleine. Ein moderner Neubau, verborgen hinter der historischen Fassade des alten Museums. Wenig einladend schon der davor liegende Garten, keine Bank, Kieselgarten ( Ihr wisst schon, was ich von diesen toten „Gärten“ halte) und nicht eine Bank zum Ausruhen.

Im Inneren viel zur Stadtgeschichte, wobei die 40 Jahre SED -Diktatur fast nur gestreift werden und die Opfer dieses Unrechtsstaates keine Erwähnung finden, was ich der Museumsleitung als schriftliche Anmerkung dalasse. Und natürlich Friedrich der Große, Schinkel und leider nur wenig von Theodor Fontane.

Übrigens ein Wochenende in der Stadt am herrlichen Ruppiner See ist inzwischen preiswert zu haben und wenn man das Ruhige, Besondere und unspektakulär Schöne sucht, durchaus lohnenswert.

Ich jedenfalls komme wieder.

Fotos: Bri vom Meer

 

 

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3 Gedanken zu “Bris Landpartie: Neuruppin in Brandenburg

      1. Das ist fürchterlicher Unsinn. Wieso können Sie so etwas behaupten? Es stimmt einfach nicht! Es war ein weltweit anerkannter Rechtsstaat mit einer ordentlichen Verfasssung, gesicherten sozialen Verhältnissen, einer hervorragenden Schulbildung, mit bestem Gesundheitswesen, keine Arbeitslosigkeit usw. Ich bin in der DDR aufgewachsen. Dieser Staat war meine Heimat!!! Nach 1990 wurde er ausgeplündert und die Menschen wurden in die Arbeitslosigkeit geschickt! Das ist die Wahrheit!

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